Chronische Rückenschmerzen – Erste Hilfe um einen Rückfall zu überstehen

Obwohl ich keine chronischen Rückenschmerzen per Definition mehr habe, bin ich natürlich nicht völlig frei von Schmerzen im Rücken. So hat mich also gestern ein echter Rückfall überrumpelt und auf einmal war alles wieder, wie früher…

Immobilisierende Schmerzen im unteren Lendenwirbelbereich, die unter den falschen Bewegungen oder nach dem still Sitzen oder Liegen noch viel schlimmer werden. Der Schmerz strahlt bis in die Hüfte und das rechte Bein aus und ist teils auch im Ruhezustand vorhanden. Ich kann mich zeitweise kaum bewegen und muss auf seltsame Alternativ-Bewegungen zurückgreifen, weil ich mich nicht „normal“ bewegen kann. Ich kann mich nicht richtig bücken, sondern muss immer in die Hocke gehen und mich dabei irgendwo festhalten bzw. abstützen. Ich kann kaum noch heben, besonders nicht mit ausgestrecktem Arm. Immer wieder fährt ein stechender Schmerz in meine Hüfte, der mich kurz innehalten lässt. Ich bin innerlich aufgewühlt und total unruhig . Ein Bisschen fühle ich mich, wie auf einer Achterbahn. Dieses komische Kribbeln im Bauch…

Aber etwas ist anders als früher

Ich bin emotional nicht mehr so stark involviert. Mir gelingt es immer besser, mich von solchen Rückfällen abzugrenzen und mich nicht herunterziehen zu lassen. Damals als ich dauerhaft unter der beschriebenen Schmerz-Symptomatik gelitten habe, hat mich das emotional völlig ausgelaugt. Ich war verzweifelt und ängstlich, regelrecht hoffnungslos. Aber heute kann ich souverän damit umgehen, weil ich weiß, dass es vorbeigehen wird.

Und noch etwas hat sich verändert: Diese Rückfälle habe ich glücklicherweise sehr selten, höchstens mal alle paar Monate. Meistens kann ich den Auslöser auch ziemlich genau benennen, denn sie traten bisher immer nach stressigen Phasen auf, in denen ich wochenlang unter Strom stand und nicht zur Ruhe kommen konnte. Aber bei diesem Rückfall weiß ich nicht genau, wodurch er entstanden ist. Das macht ihn zu etwas besonderem, zeigt mir aber auch, dass ich in den letzten Wochen viel zu sehr an mir selbst vorbeigelebt habe. Ich musste unter Zeitdruck einige Projekte beenden und extrem viele Dinge regeln, die sich als kompliziert und nervenaufreibend herausgestellt haben. In dieser Zeit habe ich mehr funktioniert, als irgendetwas anderes. Ich habe mich zwar auch hiervon emotional nicht zu sehr mitreißen lassen, aber im Endeffekt wohl unterbewusst doch mehr, als ich dachte. Daher hat mein Körper mich jetzt möglicherweise einmal stillgelegt, um sich ein Bisschen Ruhe zu ermöglichen. Erfahrungsgemäß ist das zumindest meistens Ursache für meine ehemaligen chronischen Rückenschmerzen und auch für die bisherigen Rückfälle gewesen.

Erste Hilfe für den Rückfall

Um diesen seltenen aber heftigen Rückfällen sinnvoll begegnen zu können, habe ich mein kleines Erste-Hilfe-Kit entwickelt. Über die Jahre haben sich die verschiedenen Aspekte als sehr hilfreich gegen meine Schmerzen erwiesen und da einige davon auch Dir möglicherweise helfen können, möchte ich sie hier teilen:

Schritt 1:
Schnellstmöglich eine Pause einlegen. Dem Trott entkommen und die Arbeit Arbeit sein lassen. Sei es an einem Wochenende oder auch nur an einem Feierabend. Versuche dir so zeitnah wie möglich Ruhe von allem zu gönnen. Keine Termine, keine Verabredungen, keine Ablenkungen durchs Smartphone oder den PC. Einfach mal auf die Pause-Taste drücken und innehalten.

Schritt 2:
Sanfte Bewegungen. Ein ausgedehnter aber ruhiger Spaziergang oder etwas leichte Gymnastik/Yoga-Übungen helfen mir immer extrem gut gegen die Schmerzen, insbesondere wenn ich sie mit Schritt 3 kombiniere…

Schritt 3:
Mentale Entspannung. Durch Atem- oder Achtsamkeitsübungen bzw. Meditationen hole ich mich selbst aus dem chaotischen Alltag zurück ins Hier und Jetzt. Ich kann mich wieder besser auf das konzentrieren, was wirklich wichtig ist, und zwar auf mich und meine Gesundheit. Meine Gedanken kreisen täglich fast nur um Erledigungen, Termine, die Vergangenheit oder auch Zukunft…viel zu selten, bin ich wirklich bei mir.

Schritt 4:
Wärme und schmerzlindernde Salbe bzw. Schmerzmittel. An solchen Rückfall-Tagen spar ich nicht mit Erste-Hilfe-Maßnahmen. Obwohl ich sonst nicht der größte Fan von Schmerzmitteln bin, nehme ich bei einem Rückfall direkt meine Medikamente, um einer Verschlimmerung unmittelbar entgegen zu wirken. Ich halte mich nicht mehr so lange mit warten auf, sondern handle direkt. Besser einmal die richtige Menge an Schmerztabletten, als über einen längeren Zeitraum immer wieder kleinere Mengen einzunehmen, lautet mein Motto.

Schritt 5:
Nicht unterkriegen lassen! Egal, was kommt, ich weiß, dass ich es überstehen kann und werde. Um das nicht zu vergessen, höre ich gerne motivierende Musik oder mache mir ein persönliches Mantra an, dass mich beruhigt und mir die Kraft gibt, immer weiterzumachen.

Schritt 6:
Wieder regelmäßiger mein Schmerz-Tagebuch führen, das ich ziemlich vernachlässigt habe, da ja alles so gut lief und ich keine Schmerzen mehr hatte. Hätte ich es trotzdem weitergeführt, könnte ich jetzt besser nachvollziehen, was der mögliche Auslöser für diesen Rückfall war… Also lautet die Devise auch hier: immer dranbleiben!

Diese sechs Schritte sind also mein Erste-Hilfe-Kit, das mir auch bei starken Rückfällen hilfreich ist und darüber hinaus auch – zumindest teilweise – dazu geführt hat, dass ich meine chronischen Rückenschmerzen damals überwinden konnte.

Ich hoffe, dass auch Du etwas aus diesen Erste-Hilfe-Tipps mitnehmen kannst, sei es für einen Rückfall oder generell für deine chronischen Rückenschmerzen. Wenn du noch Fragen haben solltest, schreib mir sehr gerne eine E-Mail. Ich freue mich über regen Austausch!

Bis dahin wünsche ich Dir alles Gute und gute Besserung!

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