She´s a MANIAC

Über die Jahre mit chronischen Rückenschmerzen habe ich eine gewisse Sturheit entwickelt. Ich sehe es nicht ein, mein Leben mit Schmerzen zu verbringen oder mich gar bis an mein Lebensende davon einschränken zu lassen. Wenn mich diese leidvolle Zeit etwas gelehrt hat, dann niemals aufzugeben sondern immer weiterzukämpfen. Meine Ziele und Träume nicht aus den Augen zu verlieren und fest daran zu glauben, dass ich sie erfüllen kann.

Während meiner Hochphasen mit chronischen Rückenschmerzen hatte ich zeitweise nicht mehr die Kraft noch an eine Verbesserung zu glauben. Ich steckte so tief drin in einem Alltag, der von Schmerzen und depressiven Phasen bestimmt wurde, dass ich kein Licht am Ende des Tunnels sah. Mein Leben war grau und freudlos. Ich sah zeitweise überhaupt keinen Sinn mehr in meiner Existenz und wünschte mir nichts mehr als eine Veränderung, einen Hoffnungsschimmer. Ich wollte einfach nur, dass es aufhört. Dass ich ein schmerzfreies und glückliches Leben führen kann. Aber wie ich das verwirklichen sollte, konnte ich mir damals einfach nicht vorstellen. Ich existierte und litt einfach weiter so vor mich hin.

Dann kam schleichend die Veränderung in mein Leben. Ich weiß nicht genau, wann und wie es passiert ist. Aber ich fing irgendwann an, mir Vorbilder zu suchen. Menschen, die in meinen Augen stark und unabhängig sind. Menschen, die in meiner Vorstellung jeden Tag aufstehen und das Leben rocken. Die sich nicht unterkriegen lassen, egal vor welche Herausforderung sie gestellt werden. Das können Künstler, Verwandte und Freunde oder fiktive Personen sein. Dabei war es für mich egal, in welchem Kontext sie sich bewegen, denn immer war es das gleiche Gefühl von Willenskraft, die sich in mir ausbreitete, wenn ich entsprechende Lieder hörte, mit den Personen sprach oder Videos anschaute.

Die Kraft, immer weiterzumachen, die von meinen Vorbildern ausging, habe ich auf meine persönliche Geschichte übertragen und gelernt, dass auch meine chronischen Rückenschmerzen eine Herausforderung sind, die ich bewältigen kann. Genauso,wie auch unzählig viele andere Menschen tagtäglich Hürden überwinden und das Unmögliche möglich machen. Diese zunächst unbewusste Veränderung, habe ich mit der Zeit in eine konkrete Strategie umgewandelt. Heute habe ich bestimmte Lieder, Erinnerungen oder Videos, die mich immer wieder motivieren und aus jedem Loch herausholen können. Wenn ich merke, es geht wieder bergab, dann kann ich auf die ein oder andere Ressource zurückgreifen und fühle mich sofort besser.

Zehn Jahre sind seit meiner Diagnose Bandscheibenvorfall nun schon vergangen und ich habe große Fortschritte gemacht. Ich kann heute stolz und mit großer Freude sagen, dass ich nicht mehr an chronischen Rückenschmerzen leide! Obwohl ich auch hin und wieder Phasen mit Rückenschmerzen habe, treffen die Merkmale chronischer Rückenschmerzen nicht mehr auf mich zu. Dieser Erfolg treibt mich an, am Ball zu bleiben – auch in anderen Lebensbereichen.

Momentan ist das Lied „She´s a Maniac“ aus dem Film Flashdance meine beste Motivation. Obwohl ich den Film nie gesehen habe, fühle ich mich in gewisser Weise von dem Lied angesprochen, denn so besessen, wie die Hauptdarstellerin scheinbar ihren Traum zu tanzen verfolgt, so verfolge ich auch meinen Traum von einem schmerzfreien Leben.

Und jedes Mal wenn ich das Lied höre, weiß ich, dass ich auch ein Maniac – also wie besessen – bin.

Nicht vom Tanzen, aber von meiner Gesundheit.

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