Warum ausgerechnet ich? Eine Frage der Perspektive

Fragst du dich auch manchmal, warum es genau dich getroffen hat? Warum ausgerechnet du dich mit Rückenschmerzen herumschlagen musst? Ein Wechsel der Perspektive könnte die Antwort bringen….

Die destruktive Perspektive

„Warum muss ich so leiden? Was habe ich falsch gemacht? Wieso trifft es ausgerechnet mich? Das ist so ungerecht…“

Solche und ähnliche Gedanken kommen schnell, wenn man sich mit Rückenschmerzen oder anderen Schmerzen herumschlagen muss. Oftmals ist es viel einfacher und auch beruhigend, wenn wir eine Erklärung suchen, anstatt eine Lösung. Wir versuchen herauszufinden, was der Auslöser – der „Schuldige“ – ist und sehnen uns danach, die Verantwortung von uns wegschieben zu können. Es ist so viel einfacher und so menschlich, die vermeintliche Schuld im Außen zu suchen. Aus Selbstschutz wagen wir es zunächst nicht, uns mit uns selbst zu beschäftigen, sondern suchen eine Erklärung, die jegliche Verantwortung von uns abprallen lässt. So können wir sagen: „Ich habe einen kaputten Rücken, wegen meiner Arbeit.“ oder „Mein Rücken ist kaputt, seit ich damals den Unfall hatte.“ und so weiter. Das beruhigt und suggeriert uns, dass wir ja nichts dafür können. Wir sind nicht Schuld!

Doch diese Sichtweise auf deine Rückenschmerzen ist eine tückische. Denn du kommst dadurch in eine Position, die dich relativ schnell handlungsunfähig macht. Dadurch, dass du deinen Fokus auf die Vergangenheit lenkst, die nicht mehr zu ändern ist, verbaust du dir selbst Lösungswege. Du fühlst dich sicher, da dich selbst ja keine Schuld an deinem Zustand trifft und verharrst in einer starren Position, die dich nicht voranbringt oder möglicherweise die Spirale nur weiter herab führt. Denn die destruktive Perspektive bringt auch Gefühle von Hilflosigkeit und Verzweiflung mit sich.

Die konstruktive Perspektive

Die Frage „Warum ich?“ kannst du jedoch auch aus einem ganz anderen Blickwinkel betrachten:

„Warum bin ausgerechnet ich in der Lage, meine Rückenschmerzen wieder loszuwerden? Warum bin ich geeignet, mir selbst zu helfen? Warum habe ich es verdient, ein gesundes und glückliches Leben zu führen?“

Diese Fragen zielen auf deine persönlichen Ressourcen ab und eröffnen eine völlig neue Perspektive auf deine Rückenschmerzen! Sie lenken den Blick weg von dem, was unveränderlich oder schlecht ist, und hin zu allem, was dich weiterbringt und dir helfen kann, deine Rückenschmerzen in den Griff zu bekommen. Du leitest den Fokus auf deine Stärken und Fähigkeiten, nicht auf deine Schwächen. Und mit Hilfe dieser Einstellung, wirst du dich nicht nur hoffnungsvoller fühlen, sondern auch den Mut fassen, etwas zu verändern. Deine Rückenschmerzen nicht einfach nur gewähren zu lassen, sondern deine Fähigkeiten zu aktivieren und etwas zu unternehmen!

Übung für eine lösungsorientierte Herangehensweise

Mit der Veränderung der Blickrichtung kannst du also den ersten Schritt in Richtung Schmerzfreiheit gehen. Festgefahrene Glaubenssätze aufzulösen ist jedoch nicht immer leicht, daher habe ich dir hier eine kleine Übung zusammengestellt, die dir dabei helfen kann.

Nimm dir Zeit und Ruhe für diese Übung. Außerdem benötigst du ein Blatt Papier und einen Stift. Nun überlege dir eine Situation oder einen Zustand in deinem Leben, mit dem du unzufrieden bist, und beantworte danach auf dem Blatt folgende Fragen. Es ist hierbei sehr hilfreich, die Antworten tatsächlich niederzuschreiben, denn so kommen oft noch mehr Ideen und Gedanken, als wenn Du die Übung „nur im Kopf“ machen würdest.

Frage Nr. 1
Was könnte ich tun, um meine Situation noch zu verschlimmern?
Überlege genau, welchen Einfluss du nehmen könntest, um deine Situation noch schlimmer zu machen, als sie jetzt schon ist. Notiere dir alles, was dir dazu einfällt. Auch wenn es sich erst komisch anfühlt und dir vielleicht nichts einfällt, lass dir ein Bisschen Zeit, darüber nachzudenken und lass auch Gedanken zu, die dir zunächst seltsam oder unpassend vorkommen.

Frage Nr. 2
Was hab ich dazu beigetragen, dass meine aktuelle Situation so ist, wie sie ist?
Nimm dir auch hier wieder Zeit, um ehrliche Antworten zu finden. Durch welches Verhalten, welche Gedanken oder Gewohnheiten hast du zur aktuellen Situation beigetragen? Ziel ist hier nicht, dass du dich selbst für vermeintliche Fehler schlecht machen sollst, daher sei möglichst neutral und wertfrei. Verurteile dich nicht für mögliche Fehlentscheidungen oder ungeeignete Verhaltensweisen.

Frage Nr. 3
Was kann ich tun, um meine Situation zu verbessern?
Die letzte Frage dient dazu, neue Handlungsoptionen freizulegen, die du bisher gar nicht sehen konntest. Überlege, zum Beispiel in Anlehnung an deine Erkenntnisse von der ersten Frage, was du besser machen könntest.

Fazit

Deine Situation ist möglicherweise nicht so festgefahren, wie du momentan glaubst. Es könnte sein, dass dir durch die leidvollen Erfahrungen und festgefahrene Glaubenssätze einfach nur der Zugang zu einer lösungsorientierten Haltung verloren gegangen ist. Trau dich, den Fokus auf dich zu richten und dich selbst zur Priorität zu machen!

Die Frage „Warum ich?“ kann man übrigens auch noch etwas anders interpretieren: Wenn du wissen möchtest, warum gerade ich als Betreiberin dieser Webseite geeignet bin, dir auf deinem Weg unterstützend zur Seite zu stehen, dann schau mal hier vorbei.

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