Probleme im Rücken?

Es kommt auf die Perspektive an! Ob wir einen Zustand als Problem betrachten oder nicht, hat viel damit zu tun, welche Lösungsmöglichkeiten wir wahrnehmen können. Um deine Rückenschmerzen nachhaltig loswerden zu können, ist es also auch von Vorteil, den Blick darauf zu verändern…

Deine vorhandenen Rückenschmerzen – ob chronisch oder akut – sind erst einmal eine Tatsache. Sie sind da und das kann man nicht von der Hand weisen. Da sie aber einen Störfaktor im Leben darstellen und Unwohlsein erzeugen, neigen wir dazu sie als Problem zu begreifen. Das ist völlig normal und menschlich, kann jedoch bei der Lösung des Problems (nämlich die Rückenschmerzen loszuwerden) im Weg stehen.

Wie entsteht ein Problem im Rücken?

Das Wort Problem kommt vom „problema“, welches aus dem Griechischen entlehnt wurde und so viel bedeutet wie „eine vorgelegte Aufgabe“. Probleme sind also nicht einfach da oder brechen über uns herein, ohne dass wir es hätten ahnen können. Probleme existieren nicht ohne unser Zutun, ohne dass wir sie gemacht bzw. als solche entdeckt haben. Die Tatsache, dass unser Rücken schmerzt, wird also erst dann zu einem Problem, wenn wir oder andere es als solches bezeichnen. Denn vorher ist es einfach nur eine schlichte Tatsache.

Wieso ist es nachteilig, Rückenschmerzen als Problem zu bezeichnen?

Die Bezeichnung einer Tatsache als Problem erscheint erst einmal unproblematisch (haha :D). Allerdings gehen mit der Bezeichnung einer Tatsache als Problem auch immer tiefergehende Denkmuster einher, die destruktiv wirken und uns davon abhalten, eine Lösung zu finden.

Es ist so, dass wir durch die Bezeichnung als Problem und die häufige Wortwahl „ich HABE ein Problem“ uns selbst vormachen, dass die Schuld bei jemand anderem zu suchen sei. Denn ein Problem zu haben ist etwas anderes, als ein Problem zu sehen oder zu erzeugen. Es scheint uns so, als könnten wir nichts dafür und hätten vor allem kaum eine Handhabe gegen diese Problem. Es ist uns einfach passiert! Wir schieben die Verantwortung von uns, um uns selbst zu schützen und einen schnellen, einfachen Abschluss für unser Problem zu finden.

Zugleich neigen wir dazu, durch die Kommunikation über die Tatsache als Problem das gesamte Konstrukt aufrecht zu erhalten. Wir sprechen davon als Problem, andere bezeichnen es als Problem und so erhalten wir das gesamte System aufrecht. Wir und unser Umfeld konzentrieren uns nur noch auf das, was „nicht in Ordnung“ ist. Wir verlieren den Blick für die Lösungsmöglichkeiten.

Wieso halten wir an unserem Problem mit dem Rücken so fest?

Ein weiterer Punkt, der uns davon abhalten kann, eine Lösung zu suchen und zu finden, ist die Erklärung des Problems. Wir Menschen neigen dazu, Dinge verstehen und Ursachen erkennen zu wollen. Wir fragen uns „Wieso hab ich Rückenschmerzen?“ und nicht „Was kann ich tun, um sie wieder loszuwerden?“. (Sich auf die Lösung und nicht das „Problem“ zu konzentrieren, ist übrigens auch Inhalt des Salutogenese-Konzeptes, über das ich hier schon einmal geschrieben habe.) Warum wir uns immer zur Ursache hin ausrichten und nicht die Lösung suchen, hat verschiedene Gründe. Zum Einen liegt es wohl an unserer kulturellen oder religiösen Prägung, in der es häufig um Schuldzuweisungen geht. Die Auswahl eines Sündenbocks und die Ausgrenzung dieser Person, sollte wohl den Rest der Gruppe schützen (z. B. vor ansteckenden Krankheiten). Da niemand ausgestoßen werden will, bzw. diese Angst vor Ablehnung tief in uns verankert ist, versuchen wir eine Erklärung für unser Problem zu finden, die möglichst wenig mit uns zu tun hat.

„Ich hab diese und jene angeborene Fehlstellung.“
„Ich hatte einen Unfall.“
„Ich muss auf der Arbeit zu viel sitzen.“
„Die Schuhe sind verkehrt für meinen Rücken.“
…oder so ähnlich.

Dieses Verhaltensmuster ist völlig normal und keinesfalls verwerflich, weil eben menschlich.

Zum anderen kann es auch neurologische Gründe geben, da unser Gehirn bei der Suche nach einer Lösung in Dauer-Alarmbereitschaft versetzt wird und durch die Erkenntnis der vermeintlichen Ursache wieder Ruhe einkehrt und Glückshormone freigesetzt werden. So als hätten wir ein Rätsel gelöst.

Was kannst du also tun, um dein Problem mit dem Rücken zu lösen?

Zunächst einmal, mache dir klar, dass die Vorstellung vom Problem Teil des Problems ist. Versuche dich von dieser Vorstellung frei zu machen und deine Rückenschmerzen als Tatsache zu erkennen, für die es viele verschiedene Lösungswege gibt. Konzentriere dich auf das Gesundsein, nicht auf das Problem (mehr dazu findest du hier) und lerne, dir selbst zu helfen.

In dir stecken alle Fähigkeiten, die du brauchst, um deine Rückenschmerzen loszuwerden!

Wenn du Unterstützung auf deinem Weg brauchst, schau dir mal mein E-Book zum Thema „Chronische Rückenschmerzen endlich loswerden“ an.

Quelle: Prof. Dr. Kristina Reitz

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