Salutogenese einfach erklärt

Das Konzept der Salutogenese nach Aaron Antonovsky ist ziemlich umfangreich und komplex. In diesem Beitrag erkläre ich dir, worum es geht und was das Ganze mit deinen Rückenschmerzen zu tun hat.

Wieso es besser ist, sich auf das Gesundsein als auch das Kranksein zu konzentrieren, habe ich im vorhergehenden Beitrag beschrieben. Hier kannst du es nachlesen.

Was ist Gesundheit im Salutogenese-Konzept?

Antonovsky sieht Gesundheit nicht als Zustand sondern als einen Prozess, welcher von vielen verschiedenen innerlichen, wie äußerlichen Faktoren beeinflusst wird. In jedem Menschen gibt es zu jedem Zeitpunkt sowohl gesunde als auch kranke Anteile, eine absolute Gesundheit ist nicht möglich. Umgekehrt finden sich auch bei einem sterbenden Menschen noch gesunde Anteile. Es ist also nicht entweder das Eine (Gesundheit) oder das Andere (Krankheit), sondern viel mehr ein Zusammenspiel aus beidem – sowohl als auch.

Wodurch werden Gesundheit oder Krankheit beeinflusst?

Der Mensch kann durch verschiedene Stressoren beeinflusst werden, die sowohl von außen kommen, als auch im Inneren entstehen können. Dazu zählen z. B. Unfälle oder das Erleben von Krisen, Ängste, die Erfahrungen anderer Personen, Konflikte in sozialen Beziehungen oder fehlende persönliche Ziele (Sinnleere). Auch genetische Faktoren spielen eine Rolle, sowie individuelle „Schwachstellen“.

Aus diesen Stressoren kann ein Spannungszustand entstehen, der von jedem Menschen individuell bearbeitet wird. Wie jeder einzelne mit diesen Stressoren umgeht, hängt unter anderem von der Erziehung, der sozialen Stellung und persönlichen Eigenschaften ab. Auch das Glück (zum Beispiel gar nicht erst in einen Unfall verwickelt zu werden), kann hier eine Rolle spielen. Menschen verfügen über verschiedene Ressourcen, um mit schwierigen Ereignissen oder negativen Gefühlen umzugehen, d.h. Spannungen und Stress abzubauen. Dazu zählen unter anderem Freunde und Familie (ein stabiles soziales System), Wissen und materieller Wohlstand, Zufriedenheit, Selbstwirksamkeit, Selbstvertrauen oder eine präventive Gesundheitsorientierung.

Das Kohärenzgefühl

Wer es schafft, mit Hilfe der vorhandenen Ressourcen, Stress und Spannungszustände erfolgreich abzubauen, fördert damit sein Kohärenzgefühl, welches der wesentliche Bestandteil des Salutogenese-Konzeptes ist. Anhand eines Fragebogens von Antonovsky kann das Kohärenzgefühl eines Menschen bestimmt werden. Aus dem Ergebnis kann dann abgeleitet werden, wie resistent ein Mensch voraussichtlich gegen mögliche Krankheit ist. Das Kohärenzgefühl hat drei wichtige Bestandteile:

  • Verstehbarkeit (der Mensch kann die Prozesse um sich herum verstehen),
  • Handhabbarkeit (der Mensch hat das Gefühl, sein eigenes Leben steuern und verändern zu können),
  • Sinnhaftigkeit (der Mensch erkennt einen Sinn in seinem/ihrem Leben).

Fazit

Nach dieser kurzen Erläuterung des Salutogenese-Konzeptes ist dir hoffentlich etwas klarer, worum es geht. Wenn wir dieses Konzept nun auf deine Rückenschmerzen anwenden, kann man sagen, dass nicht nur die körperlichen (vielleicht genetischen) Bedingungen eine Rolle spielen, sondern dass auch viele andere äußerliche, wie innerliche Faktoren Einfluss auf deine Rückenschmerzen haben. Als Ergänzung zu traditionellen medizinischen Therapien bei Rückenschmerzen oder als Alternative bei unspezifischen Rückenschmerzen (ohne medizinische Diagnose) kann es sehr hilfreich sein, sich auf den Ausbau deiner persönlichen Ressourcen zu konzentrieren, die dir dabei helfen, deine Rückenschmerzen loszuwerden.

Antonovsky ging früher davon aus, dass das Kohärenzgefühl nur bis zum 30. Lebensjahr aufgebaut wird und danach nicht mehr verändert werden kann. Heutzutage legen Studien jedoch nahe, dass auch im höheren Alter noch viel daran verändert bzw. verbessert werden kann. Es ist also nie zu spät, die Weichen für ein schmerzfreies Leben zu stellen.

Trau dich, deinen Fokus zu erweitern und konzentriere dich auf das, was dich gesund macht!

Quelle: Nicole Klösges, Sozialarbeiterin (B.A.) im Rahmen
eines Seminars zum Thema Gesundheitsförderung

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