Gesundsein statt Kranksein

Wieso konzentrieren wir uns eigentlich bei Rückenschmerzen so sehr auf die Pathogenese, also darauf, wie wir die Schmerzen oder die „Fehler im System“ ausmerzen können? Ist es nicht viel sinnvoller, das Gesundsein zu fördern und sich im Sinne der Salutogenese auf die Dinge zu konzentrieren, die Gesundheit wiederherstellen oder erhalten können?

Das Konzept der Salutogenese geht auf den Medizinsoziologen Aaron Antonovsky zurück, der die klassische Medizin, welche sich lediglich auf die Krankheiten und krankmachende Umstände fokussiert, kritisiert hat. Zur Veranschaulichung seiner Idee hat er folgendes Sinnbild herangezogen:[1]

Der Mensch befindet sich im Fluss des Lebens. Droht er zu ertrinken, wird er von der Medizin an Land gezogen, gerettet und dann wieder sich selbst überlassen. Es wäre jedoch viel sinnvoller, den Menschen das Schwimmen beizubringen. Menschen zu befähigen, im Fluss des Lebens erfolgreich voranzukommen und gar nicht erst in Gefahr zu geraten, ist das Ziel der Salutogenese.]1]

Das vollständige Konzept werde ich in einem eigenen Beitrag vorstellen, da hier sonst eindeutig der Rahmen gesprengt würde. Der Sinn der Salutogenese sollte aber schon klar geworden sein. Es geht darum, die Dinge ausfindig zu machen, die Gesundheit fördern und die Selbstheilungskräfte des Körpers aktivieren.

Wie können wir selbst gegen Rückenschmerzen vorgehen?

Sowohl vorbeugend als auch akut können wir selbst viel dazu beitragen, gesund zu sein. Heilung ist immer eine Selbstheilung, alle äußeren Einflüsse können lediglich unterstützen. Daher liegt es auch in unserer Hand, Gesundheit in unser Leben zu holen und dort zu halten.

Vier Tipps, die sich direkt oder indirekt auch auf deine Rückengesundheit auswirken, habe ich hier für dich:

  • Bewegung, Bewegung, Bewegung. Regelmäßige und nicht zu übertriebene Bewegung in Form von Spaziergängen, Fahrradtouren oder Yoga sind gesundheitsförderlich (nicht nur für den Rücken). Wichtig ist hier bei eher die Regelmäßigkeit, als die Intensität. Also lieber jeden Tag zehn Minuten rausgehen, als einmal die Woche eine Stunde abhetzen.
  • Viel trinken! Am besten stilles Wasser, bitte keine Softdrinks und nur wenig Säfte. Unser Körper benötigt Wasser für unzählige Prozesse als Trägersubstanz, daher sollte es immer in ausreichender Menge vorhanden sein. Auch unsere Bandscheiben profitieren von einem ausreichenden Wasserhaushalt, da sie aus einer gelee-artigen Masse mit einem hohen Feuchtigkeitsanteil bestehen.
  • Körperliche und geistige Entspannung. Auch das Zur-Ruhe-kommen ist wichtig, um lange gesund zu bleiben. Hierbei ist auch wie immer die richtige Balance entscheidend. Mehr darüber kannst du hier nachlesen.
  • Positive Gedanken. Die persönliche Einstellung ist so immens wichtig für unsere Gesundheit. Lange Zeit wurde dieser Aspekt vernachlässigt, aber heute sind immer mehr Wissenschaftler und Mediziner der Ansicht, dass eine positive Lebenseinstellung ein wichtiger Schlüssel für ein langes und gesundes Leben ist. Mehr dazu findest du in meinem Wegweiser „Chronische Rückenschmerzen endlich loswerden“.

In diesem Sinne…nimm dir Zeit, kümmere dich um deinen Körper und halte ihn gesund. Mit deinem Auto fährst du schließlich auch regelmäßig zum TÜV oder in die Werkstatt. Genauso oder besser noch intensiver solltest du dich auch um dich selbst kümmern. Denn deinen Körper kannst du nicht einfach gegen ein neues Modell umtauschen…

Alles Liebe und gute Besserung!

[1] Quelle: Nicole Klösges, Sozialarbeiterin (B.A.) im Rahmen
eines Seminars zum Thema Gesundheitsförderung

Verwandte Beiträge

Beginne damit, deinen Suchbegriff oben einzugeben und drücke Enter für die Suche. Drücke ESC, um abzubrechen.

Zurück nach oben