„Krankheit als Weg“

Der Diplompsychologe Thorwald Dethlefsen und der Arzt für Naturheilkunde und Psychotherapeut Rüdiger Dahlke, veröffentlichten bereits 1983 das Buch „Krankheit als Weg – Deutung und Be-deutung der Krankheitsbilder“. Sie beschreiben darin Krankheit nicht als unabwendbares Unglück, das wir nicht beeinflussen können, sondern als notwendiges Symptom unserer inneren Prozesse. Sie erfassen Krankheit – genauso wie Gesundheit – als Zustandsform des Menschen und vertreten die Ansicht, dass ein Körper niemals funktionieren kann ohne ein Bewusstsein. Daraus leiten sie auch im Umkehrschluss ab, dass krankhafte Prozesse unseres Körpers immer auf ein Ungleichgewicht der Psyche zurückzuführen seien. Ich versuche mich hier an einer groben Zusammenfassung der Inhalte dieses Buches, lege dir jedoch ans Herz, das Buch selbst auch einmal durchzulesen, sofern dich dieses Thema interessiert.

Zusammenfassung

Die beiden Autoren erfassen Krankheit nicht als Fehlfunktionen einzelner Organe, sondern als mangelnde Balance einer ansonsten bestehenden Ordnung. Ihrer Ansicht nach, zeigen sich Störungen auf Bewusstseinsebene deutlich im Körper, was wir dann als Krankheit wahrnehmen.

Deshalb ist es irreführend, zu behaupten, der Körper wäre krank – krank kann immer nur der Mensch sein -, doch dieses Kranksein zeigt sich im Körper als Symptom.“ (Dethlefsen/Dahlke 1983: 18)

Dieses Symptom, welches von außen zu kommen scheint und als Störung empfunden wird, versucht der Mensch also zu bekämpfen. Dabei sei es – laut der beiden Autoren – zur oberflächlich, nur das Symptom zu betrachten und abzustellen. Schließlich sei ein Symptom immer nur ein Signal des Körpers, das etwas nicht stimmt. Es reiche aber nicht aus, nur das Symptom zu bekämpfen, den dadurch sei das tatsächliche Problem ja nicht behoben. Dethlefsen und Dahlke gehen also davon aus, dass Körper und Geist nicht getrennt von einander behandelt werden können, sondern immer eine Einheit bilden, die es insgesamt wahrzunehmen gilt.

Über Probleme mit den Bandscheiben (und dem Ischias) schreiben die beiden Autoren, dass Auslöser für Schmerzen in diesem Bereich immer ein zu viel an Belastung sei. Die Überbelastung versucht der Körper durch Schmerzen, die uns zur Ruhe zwingen, zu beenden. Durch Schmerzmittel werde das eigentliche Problem übergangen, damit der Mensch weiterhin viel leisten zu können. Dethlefsen und Dahlke fragen, wieso Menschen sich mehr aufbürden, als sie eigentlich leisten oder tragen können und geben gleichzeitig folgende Antwort:

Wer immer viel leisten und große Taten vollbringen wolle, der versuche sein mangelndes Selbstbewusstsein und mögliche Minderwertigkeitskomplexe dahinter zu verstecken. Nach Ansicht der beiden Autoren geht es um Anerkennung und Wertschätzung, die der Mensch durch die übermäßig viele Arbeit verdienen möchte. Dabei sei dies ein fataler Weg der nur in eine Enttäuschung führen könne, denn Zuneigung und Anerkennung könne man sich nicht verdienen.

..Liebe kann man sich nicht verdienen.“

(Dethlefsen/Dahlke 1983: 289)

Menschen, die sich nicht geliebt und wertgeschätzt fühlen, suchen als Ersatz diese Zuneigung im Außen und versuchen durch immer mehr und größere Taten liebenswert zu werden. Diese Überbelastung zeigt sich dann im Körper als Symptom in Form von Rückenschmerzen.

Mein Fazit

Für mich persönlich ist dies ein interessanter Ansatz, denn wahre Liebe kann nur in uns selbst entstehen, wir können sie nicht erzwingen oder erarbeiten. Sehr wohl können wir aber uns selbst Wertschätzung schenken und vielleicht haben die beiden Autoren ja Recht, wenn sie sagen, dass der Körper immer die Wahrheit zeigt.

Wir Menschen sind soziale Wesen und auf Zuneigung angewiesen, das steht fest. Wenn wir es also schaffen, uns selbst wertzuschätzen, machen wir jedenfalls nichts verkehrt und ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass die Auseinandersetzung mit den eigenen verdeckten Gefühlen, mir sehr geholfen hat, meine chronischen Rückenschmerzen in den Griff zu bekommen. An manchen Stellen geht der Ansatz der beiden Autoren mir persönlich etwas zu weit, aber ich bin grundsätzlich immer dafür, sich auch etwas ungewöhnliche Ideen vorbehaltlos anzuschauen und daraus Schlüsse für das eigenen Leben zu ziehen.

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